Nachhaltige Energienutzung zahlt sich aus!
Heizen & Warmwasser mit einer Wärmepumpe
- Zu den Themen „Heizen und Warmwasser“ berät das Energieberatungszentrum Stuttgart e.V. kostenfrei (http://ebz-stuttgart.de/)
- Ohne eine verlässliche Heizlastrechnung kann keine Projektierung und kein belastbares Angebot für eine Wärmepumpe erstellt werden.
- Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert u.a. elektrische Wärmepumpen mit 300€/kW der Anlage und eine Vergrößerung von Heizkörpern oder eine Montage einer neuen Fußbodenheizung mit 500 Euro je abgeschlossenem Raum.
- Zusätzlich gibt es die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM): Grundförderung 30%, Geschwindigkeitsbonus (bis Ende 2028) + 20%, bei Einkommen unter 40.000 € noch einmal +30%, aber nie mehr als 70% der Kosten.
Wie viel Energie verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr?
- Natürlich hängt das von sehr vielen Faktoren ab. Aber ein guter Richtwert ist etwa 3-4 MWh im Jahr pro 100 qm Wohnfläche. Praktische Erfahrungen aus Stuttgarter Stadtbezirken besagen, dass es auch etwas weniger sein kann.
- Mit Gas oder Öl heizen und Wasser erwärmen ist heute noch ähnlich teuer wie mit Netzstrom und einer Wärmepumpe. Bei tendenziell steigenden Kosten für Öl und Gas und fallenden Stromkosten wird sich das Verhältnis in der Zukunft aber zugunsten der Wärmepumpen immer mehr verschieben.
- Durch die Nutzung von eigenem PV-Strom können die Kosten dann noch einmal deutlich gesenkt werden. Grob geschätzt kann man bei einem durchschnittlichen Haus mit PV-Anlage und Wärmepumpe davon ausgehen, dass etwa 35 % des Stroms für die Wärmepumpe aus der PV-Anlage bezogen werden können. Es ist nicht mehr, da im Winter, wenn der Strombedarf am höchsten ist, die Sonne nicht so viel scheint.
- Unter dem Aspekt der Nutzung von Wärmepumpen und E-Autos ist die Antwort auf die Frage, welchen Anteil vom Dach man mit PV-Modulen belegen soll eine andere: Ideal ist in den meisten Fällen eine Vollbelegung!
Warmwasseraufbereitung mit einer Wärmepumpe bereits parallel zur (alten) Heizung
Wenn eine alte Öl- oder Gasheizung zunächst weiterlaufen soll und zusätzlich eine PV-Anlage installiert wird, ist es sinnvoll sich zu fragen, wie der günstige Strom genutzt werden kann, um ab sofort zumindest einen Teil der fossilen Energien und Kosten einzusparen. Die Heizung benötigt im Winter viel Strom, also zu einem Zeitpunkt, an dem die PV-Anlage nicht besonders viel Strom liefert. Beim Thema Warmwasser ist es anders, da es ganzjährig aktuell ist. Hierzu gibt es zwei Ansätze:

- Nutzung eines Heizstabs zum Wassererwärmung. Solche Thermen sind in der Anschaffung zwar relativ günstig, dafür ist der Betrieb etwa 3,5 mal so teuer wie mit Öl oder Gas – es sei denn, man kann den sehr günstigen PV-Strom vom eigenen Dach dafür nutzen. Dann reduziert sich lediglich die Einspeisevergütung um die hier verbrauchte Energie.
- Eine Alternative zum Heizstab ist die Nutzung einer Umluft-Wärmepumpe zur Wassererwärmung. Eine solche, auch Brauchwasser-Wärmepumpe (BWWP) genannte Anlage, ist in der Anschaffung zwar etwa dreimal so teuer wie die Lösung mit dem Heizstab. Dafür hat sie aber auch spezielle Vorteile:
- Typische BWWPs haben eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von mindestens 3,5. Damit ist ihre Nutzung genauso teuer wie Öl oder Gas, womit selbst ein Betrieb mit Netzstrom kostenneutral bleibt. Nutzt man eigenen PV Strom, braucht man, verglichen mit dem Heizstab, weniger als ein Drittel der Energie und hat den zusätzlichen Vorteil von einer Stromeinspeisungsvergütung.
- Ein Alleinstellungsmerkmal ist ihre Fähigkeit nebenbei ihre Umgebungsluft zu trockenen. Stellt man die BWWP z.B. im Wäschekeller auf, dann trocknet sie als Nebeneffekt auch die Wäsche. Das kann insbesondere im Winter höhere Heizkosten im Wäschekeller ersparen.
- Da sich BWWPs ihre zusätzliche Energie aus dem Kellerboden holen, funktionieren Sie leider nur wirklich gut im Altbau mit ungedämmten Kellerböden. Es ist allerdings auch möglich, sie im Neubau mit Außenluft zu betreiben, wenn auch nicht so gut. Während ihres Betriebs – das sind typisch einige Stunden, während die Sonne scheint – macht eine solche Wärmepumpe im Haus auch etwas Lärm (etwa 50-55 dB). Dafür sind sie – verglichen mit Vollwärmepumpen – günstig in der Anschaffung und sehr einfach anzuschließen.
- Leider kommt man um eine Wartung alle ein bis zwei Jahre nicht herum: der Kondensator verstaubt durch den Luftstrom und sollte regelmäßig gereinigt werden. Zudem können sich im Kondenswasser Algen bilden, sodass auch dieses regelmäßig durchgespült werden muss.
Eine oder zwei Wärmepumpen – was ist besser?
Bei dieser Frage gehen die Meinung der Experten auseinander. Natürlich ist eine große Außenwärmepumpe zum Heizen und Warmwasser-Erzeugen als nur ein Gerät zunächst etwas günstiger in der Anschaffung als zwei getrennte. Dafür ist ihr Anschluss mit dafür erforderlichen Druckausgleichssystemen, usw. um einiges komplexer. Und falls sie einmal ausfallen sollte, hat man auch gleich beides nicht mehr: weder Heizung, noch Warmwasser.
Deshalb schätzen manche Experten die einfachere Installation einer etwas kleineren Heizungswärmepumpe draußen und einer zusätzlichen Umluft-Wärmepumpe für das Warmwasser drinnen. Das hat auch den Vorteil, dass die teurere Heizungswärmepumpe den ganzen Sommer über abgeschaltet werden kann, wodurch sich ihre Lebensdauer erhöht.
Wenn bereits eine Brauchwasser-Wärmepumpe vorhanden ist, weil diese über Jahre parallel zu einer alten Öl- oder Gasheizung betrieben wurde, kann die fossile Heizung jederzeit später durch eine Außen-Wärmepumpe ersetzt werden, ohne dass die Brauchwasser-Wärmepumpe erneuert werden muss.
Weitere Informationen zum Thema Wärmepumpen erhält man vom Energie-Beratungs-Zentrum Stuttgart (EBZ)
Weitere Informationen zu den Themen Heizen und Warmwasseraufbereitung mit Wärmepumpen, aber auch Antworten auf weitergehende Fragen, wie zur Wärmedämmung des Hauses, bekommt man vom Team des Energie-Beratungs-Zentrums Stuttgart e.V.
