Ein neuer Aspekt ist in jüngerer Zeit vermehrt aufgetaucht: die Nutzung dynamischer Stromtarife. Auf den ersten Blick scheint es attraktiv zu sein, Strom in Zeitfenstern, an denen er besonders günstig ist, in den Speicher zu speichern und ihn in Tagesphasen mit höheren Preisen zu nutzen. Leider haben Speicher keinen perfekten Wirkungsgrad und verlieren beim Speichern und bei der Entnahme jeweils etwa 10 % der Energie. Dagegen kommt das Sparpotenzial bei einem heute üblichen Stromverbrauch kaum an.
Die Situation stellt sich jedoch anders dar, wenn man z.B. eine große Wärmepumpe oder ein E-Auto mit großem Akku hat. Für die Wärmepumpe lohnt sich ein etwas großzügiger dimensionierter Haus-Speicher, der den Strombedarf der Wärmepumpe durch günstigen Strom, zum Beispiel in den frühen Morgenstunden oder mittags gespeichert, über den Tag abdecken kann. Ähnlich kann es sich lohnen, das E-Auto nachts zu laden. Was sich dagegen nicht lohnt, ist, zunächst die Hausbatterie zu laden und die Energie dann ins E-Auto umzuladen. Denn dabei hat man einen Energieverlust über beide Speicher von insgesamt etwa 40 %. Das kann man mit dynamischen Stromtarif kaum erwirtschaften.
Voraussetzungen zur Nutzung dynamischer Stromtarife
Dynamische Stromtarife können heute prinzipiell in allen Haushalten benutzt werden. Wie, hängt allerdings von der Ausstattung des Schaltschranks ab:
- Standardlastprofil-Zähler (SLP): Hat man nur einen SLP, dann wird der Verbrauch monatlich abgerechnet. Der Preis orientiert sich an den durchschnittlichen Börsenstrompreisen des Monats. Man kann damit nicht von kurzfristigen Preisschwankungen im Tagesverlauf profitieren.
- Smart Meter (intelligenter Stromzähler): Ein Smart Meter erfasst den Stromverbrauch im 15-Minuten-Takt und überträgt die Daten automatisch an den Messstellenbetreiber. Damit wird eine Abrechnung auf Basis tatsächlicher Stundenpreise ermöglicht und man kann prinzipiell das volle Sparpotenzial ausschöpfen.
Die Installation eines Smart Meters ist allerdings kostenpflichtig und auch der Betrieb ist – je nach Verbrauch – mit etwa 50 € pro Jahr zu bezahlen.
