Wie man mit eigenem PV-Strom die Mobilitätskosten senken kann

Während für reine Hybridfahrzeuge eine gut abgesicherte 3,6 kW Hausstromleitung ausreicht, da die Fahrzeuge oftmals sowieso nicht stärker laden können, ist für das Laden eines reinen E-Autos eine Wallbox immer von großem Vorteil.

Hybrid-Fahrzeuge

  • Die Kapazität des Speichers in einem aktuellen Hybrid-Fahrzeug ist typisch etwas kleiner als 20 kWh. Damit kann man realistisch eine Reichweite etwa 100 km erzielen.
  • Eine Vollladung dieses Speichers (0% -100%) über normale Hausstromanschlüsse mit 3,6 kWh dauert etwa 6 Stunden.
  • Mit einer Standard-Wallbox mit 11 kW AC verkürzt sich die Ladezeit für eine Vollladung auf etwa 2 Stunden

Voll-Elektro-Fahrzeuge

  • E-Autos haben heute eine Speichergröße von typisch 80+ kWh, womit sie einen Reichweite von um 500 km erreichen.
  • Lädt man sie über eine Standard 11 kW AC Wallbox, so dauert die Vollladezeit (0% -100%) etwa 8 Stunden.
  • Nach einer Genehmigung durch den Netzbetreiber ist ein Betrieb einer Wallbox in Stuttgart auch mit 22 kW AC möglich, was die Ladezeit halbiert. Dazu muss das E-Fahrzeug das selbst aber auch können. (Achtung: Eine solche Genehmigung verfällt bei Nichtbenutzung nach einem Jahr. Das ermöglicht dem Netzbetreiber dann anderen Nachbarn eine entsprechende Genehmigung zuzuteilen.)
  • Selbst wenn diese 22 kW Option im Moment noch nicht notwendig erscheint, sollte man beim Verlegen von Kabeln für die Wallbox darauf achten, dass diese später auch einmal mit 22 KW betrieben werden kann.

Aktuelle Zukunftstechnologien in neusten Wallboxen

Auch die Technologien der Wallboxen entwickeln sich weiter. Neueste Spitzenmodelle unterstützen bereits folgende neue Ansätze:

  • MID-Zähler: 2024 hat das Europäische Parlament mit MID (Measuring Instruments Directive) eine Richtlinie zur eichgenauen Messung von Stromverbräuchen herausgegeben. Mit solchen Zählern ist es möglich, verschiedene Fahrzeuge an einer Wallbox zu laden und einzeln abzurechnen.
  • HLC (High Level Communication) nach ISO15118: hierbei handelt es sich um eine „Plug and Charge“ Lösung zur automatischen Erkennung und Unterscheidung von Fahrzeugen. Damit ist es u.a. möglich die Akku-Gesundheit zu erhöhen und die Lebensdauer zu verlängern.
  • Vehicle-2-Home und Vehicle-2-Grid Unterstützung: Grundsätzlich kann es Sinn machen den großen Speicher in einem E-Auto auch als Speicher für im Haus genutzte Energie oder auch als Netz-dinglichen Speicher zu nutzen. Zur Zeit gibt es aber erst wenige Fahrzeuge, die das auch unterstützen – Tendenz steigend …

Welche Wallbox sollte man wählen?

Beim Kauf einer Wallbox muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sie mit dem Wechselrichter kompatibel ist, da die Kommunikation nicht normiert ist. Wenn das nicht der Fall ist, kann man z. B. sinnvolle Optionen, wie das Laden des Autos nur bei Überschuss von PV-Strom, nicht auswählen. Gegebenenfalls ist es bereits bei der Auswahl des Wechselrichters sinnvoll, sich zu überlegen, welche Wallbox man benutzen möchte. Viele Wechselrichter-Hersteller bieten zwar eigene Wallboxen an, die dann aber auch nur mit diesen kompatibel sind und vielleicht andere Nachteile haben.

„Bitte beachten: Eine Wallbox sollte zum Wechselrichter kompatibel sein!“

Zudem kann es, wenn man die Wallbox erst sehr viel später als den Wechselrichter beschafft, passieren, dass es vom Hersteller keine zum Wechselrichter mehr passende Wallbox gibt. Eine letzte Chance bieten dann vielleicht high end Wallboxen, die mit Open Source Software arbeiten und eine breite Palette an Wallboxen unterstützen.

Des Weiteren sollte man sich überlegen, ob man die 22-kW-AC-Ladeoption sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt nutzen möchte. Dazu sollte man zunächst beim Netzbetreiber erfragen, ob diese Option am jeweiligen Standort grundsätzlich überhaupt verfügbar wäre. Falls ja, kann man überlegen, ob man gleich eine 22-kW-Wallbox beschafft und sie zunächst auf 11 kW gedrosselt laufen lässt.

Förderung der Ladeinfrastruktur

Seit April 2026 fördert der Bund Seit April 2026 fördert der Bund die Errichtung einer Ladeinfrastruktur für Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG) und deren Wohnungseigentümerinnen und -eigentümer, Privateigentümerinnen und -eigentümer von Mehrparteienhäusern, Eigentümerinnen und -eigentümer von Stellplätzen, Unternehmen mit großen Wohnbeständen und kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit bis zu 2000 € pro Stellplatz Dabei müssen jeweils mindestens 20 Prozent – und nie weniger als 6 Stellplätze – vorverkabelt werden. Wohngebäude mit weniger als sechs Stellplätzen können diese Mindestvoraussetzungen nicht erfüllen und sind daher wohl nicht förderfähig.

Weitere Informationen erhält man von den Stuttgarter SolarScouts

Weitere Informationen zu Wallboxen und auch deren Förderung bekommt man bei den lokalen SolarScouts im eigenen Wohnbezirk.