Was ist ein Wechselrichter?
Ein Wechselrichter ist ein Standardbestandteil einer jeden PV-Anlage. Seine Hauptaufgabe ist die Gleichspannung, die in den Solarzellen in den PV-Modulen entsteht, in Wechselspannung umzuwandeln, die man im Haus oder im Netz benötigt.
Auf der Eingangsseite werden die Solarzellen mit einem Gleichspannungswandler mit MMP (Maximum-Power-Point) Tracker verbunden. Der wird von einem Mikrocontroller gesteuert und optimiert so seine Eingangswerte fortlaufend. Der Wandler speist so den sogenannten Zwischenkreis.
Auf der Ausgangsseite befindet sich ein ein- oder dreiphasiger Wechselrichter, der aus dem Zwischenkreis Strom bezieht und den in das Haus-, bzw. Fern-Netz einspeisen kann, wobei er sich automatisch mit dem Netz synchronisiert.
PV-Module auf einem Dach, die einer ähnlichen Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, werden üblicherweise zu sogenannten Strängen zusammengefasst. Pro Strang wird ein MPP-Tracker benötigt (String-Inverter). Kleinere Wechselrichter haben in der Regel zwei dieser Tracker. Größere haben auch drei oder mehr.
Ein Hybrid-Wechselrichter ist eine Erweiterung, der über eine weitere Verbindung einen Batterie-Speicher einbeziehen und steuern kann.
Wie unterscheiden sich Wechselrichter?
Es gibt Wechselrichter in allen möglichen Größenabstufungen, sodass sie zu der Wp-Leistung der Module passend beschafft werden können. Da die Wechselrichter von ihrer spezifizierten Leistung her typisch etwa 30 % Luft nach oben haben und andererseits die Module praktisch nie alle gleichzeitig optimal beschienen werden – also nur auf weniger Leistung kommen – , ist es möglich den Wechselrichter knapp unter der Wp-Leistung zu dimensionieren.
Neben dem Kostenvorteil hat das einen weiteren Vorteil: kleinere Wechselrichter haben bei kleinen Strömen einen besseren Wirkungsgrad. Da der Verbrauch in den meisten Häusern nachts nur klein ist, laufen die Wechselrichter oftmals viele Stunden für kleine Leistungen. Hier gibt es erhebliche Unterschiede bei den angebotenen Geräten.
Cybersicherheit
Bei Risikoanalysen der Nutzung von Wechselrichtern hat die EU-Kommission Gefahren durch die Manipulation von Parametern der Stromerzeugung, Störungen bei der Einspeisung, sowie den unbefugten Zugriff auf Betriebsdaten festgestellt. Im Extremfall könne dies zu Stromausfällen führen.
Die daraus resultierenden sicherheits- und industriepolitischen (Net Zero Industry Act) Bedenken führten dazu, dass sie am 23.04.2026 bekannt gab, dass in EU-geförderten PV-Projekten künftig keine Wechselrichter von sogenannten „Hochrisiko-Anbietern“ mehr verwendet werden sollten. Dabei geht es konkret um Wechselrichter aus China, dem Iran, Russland und Nordkorea. Dies schließt ab sofort die Verwendung von Wechselrichtern aus diesen Ländern in EU-geförderten Projekten praktisch aus.
Betroffen sind auch am Weltmarkt führende Hersteller, wie beispielsweise Huawei und Sungrow. Dabei ist es egal, ob deren Wechselrichter in China oder woanders (bspw. in der EU) gefertigt wurden. In Folge sind nun auch Kreditinstitute, deren Kredite über EU-Gelder gefördert sind, gefordert ihre Förderbedingungen entsprechend anpassen. Zusätzlich zur Finanzierbarkeit könnte auch die Versicherbarkeit der Projekte eingeschränkt sein. Ein generelles Verbot ist das aber nicht.
In Österreich wurde bereits 2025 ein „Made-in-Europe“-Bonus für Photovoltaikanlagen eingeführt. In dem Zusammenhang führt man dort White-Listen für passende Hardware aus Europa.
Auch das deutsche BSI warnt und meint, dass „Energiewendeanlagen, wie zum Beispiel PV-Anlagen, möglichst lokal betrieben und die netzdienliche Steuerung dieser Anlagen über intelligente Messsysteme realisiert werden sollte. Neben dem direkten Zugriff des Herstellers können auch Sicherheitslücken in den Produkten oder der Hersteller-Cloud dann Dritten einen unbefugten Zugriff ermöglichen.“
Braucht man Optimierer?
Vor einigen Jahren hatten Wechselrichter noch größere Probleme, wenn einzelne Module in einem Strang verschattet wurden. Deshalb hatte man so genannte Optimierer entwickelt, die pro Modul zu installieren waren und diese Problematik dämpfen konnten. Sie sind allerdings ein Kostenfaktor für Hardware und Montage und sind zusätzliche Elektronik auf dem Dach, die auch aufgrund von Witterung Einflüssen anfällig sein kann.
Bei aktuellen Wechselrichter-Modellen ist die Toleranz gegenüber Stromschwankungen in den Modulen wesentlich höher geworden, sodass man in der Regel auf zusätzliche Optimierer verzichten kann.
Es gibt allerdings Ausnahmefälle, in denen Optimierer weiterhin Sinn machen: Das sind zum einen extreme Verschattungssituationen oder zum anderen, die Unterstützung von mehr Strängen, als der Wechselrichter nativ anbietet.
