Link zum Tool: https://www.energieatlas-bw.de/sonne/dachflachen/solarpotenzial-auf-dachflachen

Über den Energieatlas Baden Württemberg findet man ein einfaches Tool zur Wirtschaftlichkeitsberechnung einer PV-Dachanlage. Über die vielen Einstellungsmöglichkeiten erhält man gute Abschätzungen für die Rentabilität und Amortisierung einer geplanten Anlage.

Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten, die leider auch nicht in der Bedienungsanleitung zu finden sind, auf die wir hier hinweisen möchten.

Eine Bedienungsanleitung für den Wirtschaftlichkeitsrechner finden Sie hier.

Hinweise

Genauigkeit

Bitte beachten Sie, dass das Tool von den Eingaben lebt. Manche Berechnungen sind sicher nicht ganz genau, aber für die Wirtschaftlichkeit einer Überschusseinspeisung wird der Strompreis für die nächsten zwanzig Jahre benötigt. Und wer kennt den schon oder kann ihn gut prognostizieren? Bleibt Ihr Verbrauch die nächsten Jahre konstant?
Ist eine Verschattung vorhanden, die das Tool nicht erkennt?

Das Tool ist dafür geeignet um eine grobe Abschätzung der Wirtschaftlichkeit zu erhalten.

Flachdächer

Meist können Flachdächer mit einer größeren Anlage belegt werden. Auch können hier nur Berechnungen mit PV-Anlage mit nach Süden ausgerichteten Modulen durchgeführt werden. Für Ost-/Westausrichtungen kann eventuell die Modulleistung geändert werden.

Dachflächen (fehlerhaft)

Manche Dachflächen stimmen nicht mit der Realität überein. Dies sollte natürlich überprüft werden. Fehlende Dachfenster oder ähnliches ergeben falsche Berechnungen, können aber eventuell durch manuelles Entfernen von PV-Modulen bei der Belegung berichtigt werden.
Balkone werden zum Teil auch nicht erkannt und fälschlicherweise als Dachfläche berücksichtigt.

Dachfläche mit Dachfenster

In unserem Beispiel sehen wir zwar auf dem Dach orange Flecken, die nicht belegt werden, schauen wir aber das Satellitenbild an, sehen wir Dachfenster, die natürlich nicht mit PV-Modulen belegt werden sollten und die nicht mit der ausgewählten Belegung übereinstimmen.
Die Auswahl ‚Alle geeigneten Dachflächen vollständig belegen‘ ergibt hier eine deutlich fehlerhafte Belegung des Daches. Auch Austritte oder ähnliches werden teilweise nicht erkannt.

Falsche Belegung
Stromkosten der nächsten 20 Jahre

Eine Prognose des Strompreises für die nächsten 20 Jahre ist sicher nicht möglich. Das Tool rechnet aktuell (Frühjahr 2025) mit einem jährlichen Aufschlag von 0,6 Cent, geht also davon aus, dass der Strompreis in diesem Zeitraum um 12 Cent steigt. Über das Zahnrad neben dem Strompreis im unteren Bild kann man diese Einstellung ändern. Der Strompreis ist nur für Überschusseinspeisungen wichtig.

Screenshot
Strompreis (auch in Zukunft)

Modulleistung

Die Modulleistung kann ebenfalls eingestellt werden. Anfang 2025 nimmt der Rechner 400 Wp pro Modul, zu diesem Zeitpunkt gibt es allerdings Module mit 440Wp, sprich mit einer zehnprozentigen Erhöhung der Einspeisung. Die Einstellung erfolgt indem man auf die Modulleistung im Bild oben links klickt.

Screenshot
Nicht belegbare Dachflächen (wie Nordausrichtung)

Für die Analyse werden Daten genommen, die für manche Dachflächen keine Wirtschaftlichkeit ergeben. Diese Dachflächen können über das Tool nicht ausgewählt werden. Kennt man aber die Einstrahlungswerte dieser Dachflächen, kann man über die Einstellung der Modulleistung auch hier eine Berechnung durchführen.

Ein vereinfachte Rechnung mit unserem Beispielobjekt: Die fast nach Richtung Norden ausgerichtete Dachfläche kann im Tool nicht belegt werden. Wenn wir die Farbe der Dachflächen nehmen – ein helles Türkis – und dies in der Legende der Einstiegsseite nachschlagen, können wir auf der Nordseite mit einer Einstrahlung von ca. 66% bzw. 2/3 rechnen. Zur besseren Abschätzung stehen hier auch andere Tools zur Verfügung. Statt 440Wp Module nehmen wir nun einfach Module mit 2/3 Leistung, also knapp 300 Wp. Um eine kWp Leistung des Norddaches zu erhalten, müssen wir noch die Anzahl der Module abschätzen, im Beispiel wäre es etwa die gleiche Fläche, bei einer Vollbelegung kommen wir auf ca. 80 Module bzw. eine Leistung von ca. 24 kWp für das Norddach Wenn wir nun das Süddach nehmen (36 kWp bei Vollbelegung), können wir die Leistung der Module so erhöhen (hier etwa 740Wp), dass die Leistung des Norddaches hinzugefügt wird (also auf 36+24 = 60 kWp steigt). Als Ergebnis erhalten wir dann eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für beide Teilflächen. Dies ist natürlich nur eine sehr grobe Vorgehensweise

Nicht belegbares Norddach
Investitionskosten (PV-Anlage, Batterie, Förderung)

Die Kosten der Anlage werden pro kWp angegeben. Diese können Sie einstellen. Sollten Sie bereits ein Angebot vorliegen haben, berechnen Sie den Preis pro kWp. Klicken Sie im Tool auf das Zahnrad oben rechts im Bereich „Konfigurierte Photovoltaikanlage“, der sich im unteren Teil des Bildes befindet.

Die Kosten einer Batterie können Sie hier genauso eingeben und anpassen.

Größe und Kosten

Eine etwaige Förderung der PV-Anlage wird nicht berücksichtigt und kann natürlich in den kWp Kosten manuell berücksichtigt werden

Für die vom Tool benutzen Kostenfaktoren schauen Sie bitte in den Berechnungsgrundlagen des Tools nach. Sie finden diese auf den erläuternden Seiten des Energieatlas BW.

Berechnungsgrundlagen

Falls Sie an genaueren Informationen zur Berechnung interessiert sind, informieren Sie sich bei den Daten- und Berechnungsgrundlagen, sowie auf den dort folgenden Seiten.

Grobe Vorgehensweise

Die Karte zeigt, welche Dachflächen in Baden-Württemberg für Photovoltaik geeignet sind. Standortanalyse und Potenzialberechnung wurden auf der Grundlage von Laserscandaten durchgeführt.

Nach der etwas umständlichen Eingabe der Adresse kann man für viele Dächer in BW. eine Wirtschaftlichkeitsberechnung durchführen (auf den Button „Wirtschaftlichkeitsrechner“ klicken).

Hier können nun alle notwendigen Parameter in mehreren Schritten eingegeben werden. Hierzu gehören die Kosten und Größe der Anlage sowie die Stromnutzung.

Im Falle einer Volleinspeisung ist man schon fast am Ziel, man muss nur die belegbare Dachflöche eingeben.

Im Falle einer Überschusseinspeisung werden mehr Parameter benötigt. Dabei können manche Eingaben (z.B. Stromverbrauch) auch abgeschätzt werden. Dabei können auch zusätzliche Verbraucher wie eine Wärmepumpe oder ein E-Auto hinzugefügt werden. Auch Finanzierungen können für die Berechnung eingegeben werden.

Screenshot

Zu guter letzt erhält man ein übersichtliches Ergebnis mit der Amortisierungszeit und Berechnungen.