Die kleine Anlage mit maximal 800W Wechselrichterleistung

Was ist ein BKW?

Balkonkraftwerke (BKW), auch Steckersolargeräte genannt, sind nach § 3 Abs. 43 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) kleine Photovoltaik-Anlagen mit typischerweise zwei bis vier Solarmodulen. Sie werden oft an Balkonen angebracht, können aber auch woanders aufgestellt werden. Für ihre Installation benötigt man normalerweise keinen Elektriker. Sie sind für viele Menschen – auch für Mieter – oft der Einstieg in das Thema „Nutzung von Solarenergie”.

Eine solche Anlage besteht im Minimum aus den Solarmodulen, einem Wechselrichter mit Anschlusskabel und einer Halterung.

Nach dem deutschen Wohnungseigentumsgesetz (WEG) ist der Hauseigentümer (Vermieter, Eigentümergemeinschaft) vor der Installation eines Balkonkraftwerks zu fragen, wenn es außerhalb der Wohnung angebracht wird, also z.B. am Balkon. Berechtigte Vorgaben und Einschränkungen, die z. B. aus Bauvorschriften, Denkmalschutz, Mehrheitsbeschluss der Eigentümergemeinschaft oder dem Mietvertrag resultieren, sind einzuhalten, aber Eigentümer und Vermieter können ihre Zustimmung nicht mehr ohne triftigen Grund versagen. Die rechtliche Situation hierzu hat sich durch einige Gerichtsurteile in jüngerer Zeit auch nochmal deutlich verbessert.

In Deutschland ist eine Selbstinstallation ohne Hinzuziehung eines Elektrikers erlaubt. Ein Balkonkraftwerk muss aber innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister angemeldet werden. Eine Anmeldung beim Netzbetreiber ist dagegen nicht mehr notwendig.

Wie viele Solarmodule („Panels“) darf ein BKW haben?

Typisch besteht ein BKW aus 2-4 Solarmodulen. Grundsätzlich ist das nur durch die maximale Panel-Leistung von 2000 Wp und 800 W Ausgangsleistung beim Wechselrichter beschränkt. Will man noch größere Leistungen durch noch mehr Module nutzen, so kann man das auch tun. Dann gelten aber die etwas anderen rechtliche Bedingungen einer „Kleinsterzeugeranlage„.

Wie wird das Balkonkraftwerk angeschlossen?

Hier bringt eine neue VDE-Norm neue Vorgaben: Bis zu einer Panel-Leistung von 960 Wp (das entspricht 2 Modulen) kann der Wechselrichter an einer „normalen“ Außensteckdose angeschlossen werden (wichtig: feuchtigkeitsgeschützte Steckdose). Wer mehr Module anschließen will, muss eine spezielle Steckdose montieren lassen. Bestehende Anlagen sind nicht davon betroffen.

Für kleine Anlagen bis 960 Wp gibt es noch Alternativen zur Montage einer Außensteckdose: Es gibt spezielle Solar-Flachkabel, die man ohne zu bohren durch geschlossene Fenster- bzw. Türöffnungen führen kann. Der Wechselrichter befindet sich in dem Fall in der Wohnung. Oder man führt das 230 V Kabel des Wechselrichters durch eine Bohrung zu einer Steckdose in der Wohnung. In beiden Fällen ist auf den Kabelschutz zu achten.

Braucht man einen Speicher?

Viele Anbieter suggerieren, dass zu einem vollständigen BKW auch immer ein Speicher gehört. Ob sich ein Speicher finanziell rechnet, hängt aber einerseits von seinem Preis und andererseits von der Höhe des Stromverbrauchs und der Verteilung des Verbrauch über den Tag ab. Zu diesem Thema können wir Sie gerne individuell informieren.

Eine Nutzung solcher tendenziell eher kleinen Speicher im Rahmen von dynamischen Stromtarifen ist zwar möglich, rechnet sich aber auch hier selten. Das liegt insbesondere auch daran, dass beim Speichern und der späteren Nutzung der Energie mit Verlusten von in Summe um 20 % zu rechnen ist.

Wird der Speicher auf dem Balkon platziert, ist bei heutigen Technologien darauf zu achten, dass er eine Heizung hat, sodass seine Temperatur auch im Winter nicht unter 4 Grad fallen kann, weil das die Akkus beschädigen kann.

Wie viel Leistung kann man pro Jahr erwarten?

Diese Frage kann man allgemein nur schwer beantworten, weil sie von verschiedensten Faktoren abhängt, etwa der Ausrichtung der Solarmodule. Grundsätzlich gilt aber, dass ein BKW die Grundlast eines Haushalts (und etwas darüber hinaus) während der Sonnenschein-Stunden (und mit Speicher auch darüber hinaus) sehr gut abdecken kann. Das kann in günstigen Fällen durchaus schon mal bis zu 30 % des eigenen Stromverbrauchs sein. Mit einem Speicher steigt dieser Wert potentiell sogar auf 50-60 %.

Damit ist es ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Beitrag zur Nutzung von Solarenergie und hilft Geld bei den Energiekosten zu sparen. Zudem wird die Netzbelastung durch den sofortigen, lokalen Verbrauch reduziert.

Was kostet ein BKW?

Heute kostet ein einfaches BKW mit Halterung gerade einmal um die 350 €. Manchmal gibt es Sonderangebote, die noch einiges günstiger sind.

Da die Preise in den letzten Monaten so stark gefallen sind, gibt es jetzt keine Förderung für Balkon-Kraftwerke mehr und auch keine Einspeisevergütung.

Dennoch rechnet sich die Installation eines günstigen BKWs meistens schon in weniger als 3 Jahren. Nutzt man zusätzlich einen Speicher, verlängert sich die Amortisationszeit natürlich um einiges.

Weitere Informationen erhält man von den Stuttgarter SolarScouts

Weitere Informationen zu BKWs und Antworten auf fast alle weiteren Fragen, beispielsweise wo man so etwas kaufen kann und was man machen kann, wenn sich ein Vermieter ablehnend verhält, bekommt man bei den lokalen SolarScouts im eigenen Wohnbezirk.

Die SolarScout AG „BKW“

Innerhalb des SolarScouts-Netzwerks gibt es eine Arbeitsgruppe, die sich speziell mit dem Thema Balkonkraftwerke (BKW) befasst und hier besonders tiefes Wissen hat.